Datenbank Kinderbetreuung

Elternbeiträge für den Besuch einer Kindertageseinrichtung in NRW

Am 25. Oktober 2007 verabschiedete der Landtag Nordrhein-Westfalen das neue Kinderbildungsgesetz - KiBiz -. Dieses wird ab dem 1. August 2008, dem Beginn des Kindergartenjahres, für sämtliche Kindertageseinrichtungen in NRW wirken und löst damit das alte Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder - GtK - ab. Durch das KiBiz soll die Struktur und die Finanzierung der Betreuung neu gestaltet werden. Inhaltlich wird der Schwerpunkt auf die möglichst frühe Bildung, Sprachentwicklung und Förderung von Kindern gelegt.

Die Eltern müssen nun wählen, ob ihr Kind während des folgenden Kindergartenjahres 25, 35 oder 45 Stunden in einer Kindertageseinrichtung betreut werden soll. Hierzu wird im Januar oder Februar des jeweiligen Jahres ein Vertrag mit der Einrichtung abgeschlossen, der ab August gültig ist. Soll die gebuchte Stundenzahl Ende des Jahres nicht geändert werden, verlängert der Vertag sich automatisch um weitere 12 Monate.

Der Elternanteil richtet sich nach dem gebuchten Stundenumfang der Betreuung, sowie dem Verdienst der Eltern. Liegt das Jahreseinkommen unter 17.500 Euro, muss kein Anteil geleistet werden. Davon abgesehen hat jede Stadt individuelle Regelsätze für die Errechnung des Elternanteils in Bezug auf die verschiedenen Einkommensstufen. Die Regelsätze können beim jeweils zuständigen Jugendamt erfragt werden. Für ein zweites Kind in der selben Einrichtung müssen die Eltern keinen weiteren Beitrag zahlen.

Tagespflege

Mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wenn Sie Ihr Kind von einer Tagesmutter betreuen lassen möchten, kann hier nicht verbindlich gesagt werden. Die Höhe der Kosten hängen vor allem ab von

  • der Betreuungszeit
  • dem Alter der zu betreuenden Kinder
  • dem Träger der Tagesmuttervermittlung (privat / öffentlich / frei)
  • Ihrem Anspruch auf Übernahme oder Bezuschussung durch die öffentliche Jugendhilfe
  • individuelle Vereinbarungen mit der Tagesmutter.

Die Stundenlöhne für Tagesmütter liegen zwischen 2 und 7 EUR. Sollten Sie sich für eine von einer privaten Agentur vermittelten Tagesmutter entscheiden, müssen Sie in einigen Fällen mit einem Stundenlohn bis zu 7 EUR rechnen.

Tagesmütter, die von freien oder öffentlichen Trägern vermittelt werden, werden in der Regel deutlich geringer entlohnt. Die Jugendämter legen Pflegesätze für Tagesmütter fest, die sich nach Betreuungszeit und meist dem Alter der Kinder staffeln. Da die Verantwortung für die Tagespflege bei den Kommunen liegt, sind auch die zu zahlenden Beträge unterschiedlich hoch.

Zum Verdienst der Tagesmutter müssen - falls nicht anders vereinbart - Aufwandsentschädigungen hinzugerechnet werden. Hierzu können Kosten für Mahlzeiten, Spielmaterial, Haftpflichtversicherung u.ä. gehören.

Übernahme oder Bezuschussung der Betreuungskosten durch die Jugendämter

Die Kosten für die Tagespflege können von den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe ganz oder teilweise übernommen werden.

Voraussetzungen sind:

  • Die Tagesmutter muss vom Jugendamt als geeignet befunden worden sein
  • oder :

  • die Tagesmutter wurde vom Jugendamt vermittelt bzw. vom Jugendamt anerkannt.
  • die Tagespflege muss für das Wohl des Kindes erforderlich sein.
  • ihr Einkommen liegt unter einer bestimmten Einkommensgrenze, so dass die Bezahlung der Tagesmutter eine unzumutbare Belastung für Sie wäre.

Die Beurteilung der genannten Punkte erfolgt nach von den örtlichen Jugendämtern festgelegten Kriterien und jeder Fall wird individuell geprüft. Die vom Jugendamt maximal gezahlten Zuschüsse variieren ebenfalls.

Näheres zur Tagespflege und den entstehenden Kosten erfahren Sie bei Ihrem örtlichen Jugendamt, Tagesmüttervereinen und Ansprechpartnern privater Tagespflege.
Tagespflegeangebote

Kinderbetreuungskosten und Steuern - der erwerbsbedingte Betreuungsfreibetrag

Seit 2002 können Alleinerziehende und Eheleute Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend machen, sobald diese 1.548 EUR (bisheriger Betreuungsfreibetrag) überschreiten. Diese Regelung gilt für alle Eltern, egal ob sie alleinstehend, verheiratete oder unverheiratet sind. Es dürfen jedoch jährlich nur maximal pro Kind 1.500 EUR abgesetzt werden.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Ihr Kind ist unter 14 Jahren oder behindert
  • Sie sind als Alleinerziehende(r) erwerbstätig, in Ausbildung, krank oder behindert
  • oder:

  • Sie und Ihr/e Partner/in sind beide erwerbstätig, in Ausbildung, krank oder behindert
  • Die Kinderbetreuungskosten übersteigen den Betreuungsfreibetrag.

Die Kosten, die Ihnen für die Betreuung Ihres Kindes entstehen, sind einzeln nachzuweisen. Aufwendungen für Unterricht, Vermittlung von besonderen Fähigkeiten, sportliche und andere Freizeitbeschäftigungen können allerdings nicht berücksichtigt werden.

 

Unterstützung bei Weiterbildungsangeboten
und Trainingsmaßnahmen des Arbeitsamtes

Sollten Ihnen während einer vom Arbeitsamt finanzierten Weiterbildungs- oder Trainingsmaßnahme Kosten für eine Kinderbetreuung entstehen, kann das Arbeitsamt davon 61,36 EUR monatlich übernehmen. Ihr Kind darf allerdings noch keine 15 Jahre alt sein.

Den kompletten Gesetzestext zum GTK finden Sie unter

http://www.tageseinrichtungen.nrw.de/recht/gtk.html